Hemi

Funktionelle und Dissoziative Neurologische Symptome : Patientenführer -Deutsch

Angst / Panik

Angst und Panik sind bei Patienten mit funktionellen und dissoziativen neurologischen Symptomen häufig. Allerdings sind auch viele Patienten mit funktionellen und dissoziativen neurologischen Symptome nicht ängstlich (oder depressiv).

Angst und Panik sind ebenfalls sehr häufig bei Epilepsie und anderen neurologischen Erkrankungen.

Diese Internetseite ist nicht dafür gedacht, diese Symptome im Detail zu besprechen. Einige Links sind unten angegeben.

Ein paar Dinge sollen jedoch in Bezug auf funktionelle Symptome klargelegt werden:

• Wenn Sie Angst- oder Panikattacken haben, bedeutet dies nicht, dass sie die Ursache Ihrer Beschwerden sind. Sie fühlen sich vielleicht angegriffen, wenn Ärzte oder andere Personen Sie fragen, wie Sie sich fühlen. Ein guter Arzt sollte dies aber immer tun, unabhängig von Ihrer Diagnose. Zum Beispiel können Patienten mit Multipler Sklerose an Angstzuständen und Depressionen leiden. Wenn dies zutrifft, ist die Lebensqualität in der Regel nicht gut und es ist wichtig alles zu unternehmen um sie zu verbessern. Bei funktionellen Symptomen trifft genau dasselbe zu.

• Wenn Sie "zugeben" an Angst- oder Panikattacken zu leiden, bedeutet dies nicht, dass Sie "verrückt"/ "geisteskrank" / " willensschwach" oder irgendetwas in der Art sind, woran gewisse Menschen (vielleicht sogar Sie selbst!) denken. Es gibt eine Menge von Vorurteilen für diese Art von Problemen, und es ist nicht immer leicht sie zu bewältigen. Siehe auch unter "Eingebildet?" für mehr Information zu diesem Thema.

• Die häufigste Ursache von Angst oder Sorgen bei Patienten mit funktionellen Symptomen ist die Sorge über die Symptome selbst. Wodurch sind sie verursacht? Warum scheint mir keiner zu glauben? Werde ich verrückt? Werde ich in Zukunft im Rollstuhl landen? Nur weil Sie sich primär über die körperlichen Beschwerden sorgen, bedeutet dies nicht, dass dies keine ernstzunehmenden Sorgen sind. Manchmal ist Angst um die Gesundheit eine überwältigendes Problem an sich.

Viele Patienten wissen nicht, wie die Diagnosen Angst- oder Panikattacken zustande kommen. Hier sind die am häufigsten verwendeten Kriterien von der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft (DSM-IV).

Ich stelle diese Kriterien hier vor, damit Sie selbst entscheiden können, ob diese Diagnosen eventuell für Sie relevant sein könnten.

GENERALISIERTE ANGSTSTÖRUNG

A. Mindestens 6 Monate "übermäßige Angst und Sorge" über eine Vielzahl von Ereignissen und Situationen. Unter "übermäßig" versteht man eine Sorgenintensität, die zu stark in Bezug auf eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Ereignis ausgeprägt ist. Die meisten Menschen werden bei bestimmten Dingen ängstlich, aber die Intensität der Angst ist in der Regel für eine bestimmte Situation adäquat.

B. Es gibt erhebliche Schwierigkeiten diese Angst und Sorgen zu kontrollieren. Wenn jemand große Schwierigkeiten hat die Situation zu kontrollieren, zu entspannen oder Angst und Sorge zu bewältigen, dann ist diese Voraussetzung erfüllt.

C. Die Anwesenheit von 3 oder mehr (bzw. nur 1 bei Kindern) der folgenden Symptome an den meisten Tagen während der letzten sechs Monate:
1. Gefühl der Angespanntheit oder Unruhe
2. Leichte Ermüdbarkeit
3. Konzentrationsprobleme
4. Reizbarkeit
5. Erhebliche Anspannung der Muskulatur
6. Schlafstörungen

D. Die Symptome sind nicht Teil einer anderen psychiatrischen Erkrankung.

E. Die Symptome verursachen "klinisch signifikantes Leiden" oder Probleme, die die Funktionsfähigkeit im täglichen Leben beeinträchtigen. "Klinisch signifikant" ist der Teil, der auf die Einschätzung durch den Behandler angewiesen ist. Manche Leute leiden an vielen der obigen Symptome und bewältigen sie gut genug, um eine hohe Funktionsfähigkeit im Alltag aufrechtzuerhalten.

F. Der Zustand ist nicht auf eine Substanz (z. B. Droge, Medikament) oder ein medizinisches Problem zurückfürbar.

PANIKATTACKEN

Eine umschriebene Periode intensiver Angst oder Unbehagen, in denen sich vier (oder mehr) der folgenden Symptome abrupt entwickeln und innerhalb von 10 Minuten einen Spitzenwert erreichen:

1) Herzklopfen oder beschleunigter Herzschlag
2) Schwitzen
3) Zittern
4) Empfindungen von Kurzatmigkeit oder Ersticken
5) Gefühl des Erstickens
6) Brustschmerzen oder Unbehagen
7) Übelkeit oder Bauchschmerzen
8) Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht
9) Derealisation (Gefühle der Unwirklichkeit) oder Depersonalisation (Gefühl von sich selbst abgetrennt zu sein)
10) Angst die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden
11) Angst vor dem Sterben
12) Parästhesien (Taubheit oder Kribbeln)
13) Schüttelfrost oder Hitzewallungen

PANIKSTÖRUNG

A) Beides, (1) and (2) trifft zu

(1) wiederkehrende unerwartete Panikattacken
(2) mindestens eine der Attacken war gefolgt von mindestens einem der folgenden Zeichen für die Dauer von mindestens einem Monat:
(a) anhaltende Besorgnis darüber, dass weitere Attacken auftreten könnten
(b) Sorge über die Auswirkungen der Attacken und deren Folgen (z. B. die Kontrolle zu verlieren, einen Herzinfarkt zu erleiden, "verrückt" zu werden)
(c) eine wesentliche Änderung im Verhalten in Zusammenhang mit den Attacken

B) Die Panikattacken sind nicht auf die direkte körperliche Wirkung einer Substanz (z. B. eine Droge, Medikament) oder eines allgemeinen medizinischen Zustandes (z. B. Hyperthyreose) zurückzuführen.

C) Die Panikattacken sind nicht besser durch eine andere psychiatrische Störung zu erklären.

AGORAPHOBIE

A) Angst sich an Orten oder in Situationen aufzuhalten, von denen eine Flucht schwierig (oder peinlich) sein könnte oder in denen Hilfe im Falle einer möglichen Panikattacke nicht verfügbar wäre. Agoraphobe Ängste treten typischerweise in folgenden Situationen auf: alleine weg von zu Hause zu sein; in einer Menschenmenge oder in einer Warteschlange; auf einer Brücke; in Bus, Bahn oder Auto.

B) Die Situationen werden vermieden oder werden mit einem unangenehmen Gefühl oder Angst vor dem Auftreten einer Panikattacke ertragen oder erfordern die Anwesenheit eines Begleiters.

C) Die Angst oder phobische Vermeidungshaltung ist nicht besser durch eine andere psychische Störung erklärbar.

.. sich angespannt oder unruhig, leicht zu müde oder schlapp zu fühlen, Konzentrations-störungen, Reizbarkeit, erhebliche Muskelanspannungen und Schlafstörungen... sind alle Merkmale von übermäßiger Sorge oder Angst ...